Regenrückhaltebecken
Gadenstedt (Bolzbergallee)
Aufgrund von hohen Niederschlägen in der Gemeinde Lahstedt,
Ortsteil Gadenstedt, am 01.05.2004 (70 mm in einer Stunde) und erneut
am 20.07.2004 (30 mm in 2 Stunden), durch die es zu erheblichen
Schäden
an Gebäuden und hohem Arbeitsaufwand durch Aufräum-
und
Reinigungsarbeiten gekommen ist, wurde der Verfasser um einen Vorschlag
zum Schutz der Infrastruktur vor Überschwemmungen durch
Oberflächenwasser von östlich der Gemeinde gelegenen
Flächen bei
Starkniederschlagsereignissen gebeten.
Das
Einzugsgebiet
umfasst 21 ha und besteht aus einer landwirtschaftlichen
Fläche. Die
Neigung ist relativ gering (1…2%). Entsprechend der Nutzung
und der
Bewirtschaftungsphase (kahl, geringer Bewuchs, voller Bewuchs, tiefer
Boden, gefrorener Boden, Schneedecke) ist der Abflussbeiwert
jahreszeitlich sehr unterschiedlich.
Aus Gründen der
Höhenverhältnisse wird das
Regenrückhaltebecken zweigeteilt in einen
tieferen nördlichen Teil und einen höheren
südlichen Teil. Zwischen den
beiden Teilbecken wird ein Damm angelegt, der bei Erreichen des
Stauziels einen Überlauf vom höheren in das
niedrigere Becken erlaubt.
Das
Stauziel liegt jeweils 30 cm unter der Dammkrone. Bei Erreichen des
Stauziels beträgt das gesamte Speichervolumen ca. 9.700
m³.
Beckenschema:
Ziele
des Hochwasserschutzes in
Gadenstedt
Bei
dem Hochwasserschutzkonzept Gadenstedt geht es um einen dezentralen in
die Landschaft integrierten Hochwasserschutz mit einer langfristigen
Sicherung der Wirksamkeit. Integriert bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass die Maßnahme die natürlichen Retentionseffekte
verstärkt (und in
diesem Sinne ökologisch orientiert ist), einen
möglichst hohen Rückhalt
abgeschwemmter Sedimente ermöglicht und durch
Wasserrückhalt in den neu
zuschaffenden Landschaftsstrukturen eine Überlastung des
abführenden
Kanalnetzes und daraus in der Vergangenheit entstandene
Überflutungsprobleme eindämmt.
Die Maßnahme soll sich ferner
optisch in das Landschaftsbild einpassen. Neben der Bereitstellung von
Retentionsvolumen erfolgt eine gezielter Aufbau verdunstungs- und
-versickerungsfähiger Vegetationsstrukturen und von
wasserhaltenden,
organisch geprägten Böden. Das Wasser soll auf
vergrößerten
unbewirtschafteten Flächen über längere Zeit
verdunsten, z. B. über
eine sich im Zeitablauf akkumulierende Streuschicht und zur
Grundwasserneubildung durch erhöhte und zeitlich retardierte
Infiltration beitragen. In diesem Sinne sind Vegetation und Boden
zusammen als Systemeinheit für den lokalen Wasserkreislauf zu
verstehen.
Hochwasserschutz
- Regenrückhaltebecken Gadenstedt