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Das häufig im Internet vorzufindende Kürzel steht für "Frequently asked questions", also "häufig gestellte Fragen".

Wir haben erst Anfang 2011 angefangen, einige der Fragen, mit denen der Autor Michael Blumberg zum Teil seit 30 Jahren konfrontiert ist, auf dieser Internetplattform zu beantworten. So wie es die verfügbare Zeit erlaubt werden wir dieses Kapitel Zug um Zug ergänzen.

Es handelt sich um subjektive Einschätzungen auf empirischer Basis ohne wissenschaftlichen Wahrheitsanspruch.

Wir erlauben uns, gelegentlich auch einfach nur ein persönlich gefärbtes Statement abzugeben, ohne dass uns jemand dazu aufgefordert hätte.

Im besten Fall fühlt sich das Publikum animiert, den geäußerten Meinungen und Sachverhaltsdarstellungen zu widersprechen oder beizupflichten. Wenn weder das Eine noch das Andere stattfindet unterstellen wir, dass die Beiträge Langeweile erzeugen und löschen diese Unterseite auf unserer Homepage.
























Antwort zu Frage 1:

Bei unseren Auslandsprojekten in Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika nutzen
wir nahezu ausnahmslos einheimische Sumpfpflanzen:

Im Mittelmeerraum und angrenzenden ariden Zonen (und auch in anderen Ländern,
wie die Beispiele zeigen):

Lokale Ökotypen von Phragmites communis (synonym australis), die dort bis zu 6 m hoch werden,  z. B. im Süd-Iran

Pflanzenkläranlage Süd-Iran
  Phragmites communis
  Pflanzenkläranlage im Südiran

Pflanzenkläranlage Syrien
Phragmites communis
Pflanzenkläranlage in Syrien 

Pflanzenkläranlage NamibiaPflanzenkläranlage Südchina
  Phragmites communis
  Pflanzenkläranlage in Namibia
Phragmites communis
Pflanzenkläranlage in Südchina


  Ferner ist dort Arundo donax eine häufig bevorzugte Pflanze
Pflanzenkläranlage Indien
Arundo donax (Indien)
Pflanzenkläranlage Mexico
Arundo donax (Mexiko)

Pflanzenkläranlage Mexico
Cyperus papyrus

Pflanzenkläranlage in Mexiko

Oder wir greifen auf nahe Verwandte zurück, z. B. Phragmites karka, in Ländern
wie Niger und Tschad.

Weiter südlich in Afrika, aber auch z. B. in Mexiko und Indonesien ist Cyperus papyrus unser Favorit.
In Südamerika nehmen wir Scirpus tatora (synonym Schoenoplectus), z. B. Ecuador, Peru oder Zizaniopsis bonariensis in Brasilien).

Naturbestand Mexico
  Cyperus papyrus
  (Naturbestand in Mexiko)
Pflanzenkläranlage Sumatra - Indonesien
Cyperus papyrus
Pflanzenkläranlage auf Sumatra,
Indonesien


Ebenfalls gut geeignet ist in Äquatornähe die Gattung Typha (latifolia oder angustifolia), z. B. in Indonesien, Indien und Vietnam bisher erfolgreich von uns eingesetzt.

Typhia latifolia
Typha latifolia

In Vietnam haben wir ferner bei einer Industrieabwasserbehandlungsanlage - Tapiokastärke-Fabrik - unter anderem noch folgende Spezies erfolgreich getestet:

Pandanus humilis
Pandanus humilis

Daneben gibt es eine Fülle lokaler Seggen (Carex ssp.), die als Begleitpflanzen eingesetzt werden können.

Segge aus Vietnam
  Segge (Carex ssp.) aus Vietnam
Segge aus Mexico
Segge (Carex ssp.) aus Mexiko

In vertikal durchströmten aeroben Bodenfiltern, die intermittierend beschickt werden, ist das potentielle Pflanzenspektrum noch wesentlich größer:

Vetiveria zizanoides, Miscanthus sinensis, Miscanthus x giganteus, Spartina alterniflora, aber auch Nutzpflanzen wir Saccharum officinarum und Musa ssp. kommen in Frage.

Im Gegensatz dazu dominiert am anderen Ende der Klimazonen bzw. Breitengrade – in den winterkalten Gebieten – z. B. Nordchina, Russland, Skandinavien wieder Phragmites communis (synonym australis) mit lokal angepassten Ökotypen, die monatelange Frostperioden von - 20 bis - 30 °C problemlos überstehen.

Pflanzenkläranlage Nordchina
Phragmites communis
Pflanzenkläranlage in Nordchina


Für Sondereinsatzbereiche wie z. B. für unser riverbank wetland garden concept im Großraum Shanghai nutzen wir natürlich das gesamte potentielle Sumpfpflanzenspektrum aus, da hierbei auch landschaftsästhetische Aspekte eine dominante Rolle spielen.

Riverbank wetland garden concept
Riverbank wetland garden concept

Pontederia cordata
  Pontederia cordata
Lythrium salicaria
Lythrum salicaria

Bei Vorklärteichen oder nachgeschalteten Schönungsteichen darf natürlich – neben zahlreichen Nymphaceen (Seerosengewächsen) – die kulturell berühmte Nelumbo nucifera (Lotusblume) in vielerlei Hinsicht nicht fehlen.

Lotus China
  Nelumbo nucifera (China)
Lotus China
Nelumbo nucifera (China


Antwort zu Frage 2:


Chlorose


Es handelt sich um Chlorosen, also einen Chlorophylldefekt der Pflanzen, der zu diesen Vergilbungserscheinungen führt. Mögliche Ursachen für die mangelhafte Chlorophyllbildung oder den vorherbstlichen Chlorophyllzerfall sind Krankheitserreger, vor allem Viren oder Nährelementmangel. Hierbei stehen Stickstoff, Eisen und Schwefel im Vordergrund, die solche auffälligen Gelbverfärbungen bei Mangelernährung verursachen.

Warum schließen wir eine Virose aus? Bei der betrachteten Kläranlage haben wir direkt neben dem betroffenen Schilfbestand der Planzenkläranlage (5.000 m²) auch eine
2.500 m² große Klärschlammvererdungsanlage mit dem gleichen Phragmites communis-Ökotyp bepflanzt. Letztere zeigt keinerlei Chlorosen; im Klärschlamm sind offenbar keine Nährstoffdefizite. Wenn es eine Virose wäre, die überwiegend über Blattläuse als Vektor verbreitet wird, müsste das Phragmitetum der Vererdungsanlage ebenfalls befallen sein.
Das beschriebene - nicht seltene Phänomen - hat keinen messbaren Einfluss auf die Reinigungsleistung der schilfbepflanzten Bodenfilter. Wir haben daher stets von Bekämpfungsmaßnahmen abgeraten, weil teuer und überflüssig. 

Antwort zu Frage 3:

Meine generelle Einstellung dazu ist, dass das Schilf nicht gemäht werden sollte. Wir haben dies in den letzten 30 Jahren auch ganz überwiegend bei unseren Projekten so durchhalten können.

Meine Gründe lauten wie folgt:

Das abgestorbene Schilf bildet eine oberirdische Streuschicht aus (Detritus), die in der Bodenkunde als Auflagehorizont (Of ) bezeichnet wird und wichtige Funktionen erfüllt. Da gut belüftet und hoch belebt, ist es eine mikrobiell sehr reaktive Zone. Je nach Zersetzungsform der organischen Substanz in einem Waldboden wird sie als Rohhumus-, Moder- oder Mullschicht angesprochen. Die allmählich fortschreitende Zersetzung dieser organischen Substanz, also im wesentlichen Blätter und Stängel, liefert ständig Huminstoffe an den Boden, die dessen Wasserspeichervermögen und Adsorptionsfähigkeit deutlich erhöhen. Im Kontext der Abwasserreinigung (als zweite oder dritte Reinigungsstufe) ist diese Schicht ferner eine Kohlenstoffquelle, die zumindest eine teilweise Denitrifikation erst ermöglicht.

Bei Starkfrösten ist es außerdem eine sehr wirkungsvolle Wärmedämmschicht, vor allem wenn der Schnee fehlt, der ein Einfrieren des Bodenkörpers bei Barfrösten, verhindert.

Die aus meiner Sicht effektivste Pflanzenkläranlagenvariante ist die sogenannte integrierte Schlammabwasserentsorgung, bei der Rohabwasser ohne Absetzstufe und nur über einen Grobrechen vorgereinigt einer Schilfkläranlage zugeführt wird. Der im Abwasser vorhandene Primärschlamm wird auf der Oberfläche abgefiltert. Dies ist das von Deutschland nach Frankreich exportierte Verfahren, das dort in etwa 800 realisierten Anlagen als Standard anzusprechen ist. Dabei ist zu beobachten, dass in den ersten zwei Jahren der sich auf der Oberfläche ablagernde Primärschlamm zunächst zu Kolmationen führt. Dann bildet sich jedoch eine Streuschicht durch abgestorbenes Schilf, die oberflächennah eine hochdurchlässige, puffige Schmutzdecke ausbildet, die langfristig durchlässig bleibt. So gesehen kann also das als Strohschicht vorhandene Schilf den darunter befindlichen Sandfilterkörper sogar vor Kolmationen schützen.

Ich räume allerdings ein, dass die absetzbaren Stoffe im Rohabwasser eine eher sperrige Struktur haben sollten und dass wir es im Falle der Ertüchtigung bestehender konventioneller Kläranlagen mit feindispersen Sekundärschlämmen zu tun haben, bei denen der geschilderte Effekt möglicherweise nicht so günstig ausfällt.

Die Stadtentwässerung Einbeck in Niedersachsen betreibt zwei größere Pflanzenkläranlagen als biologische Hauptklärstufe (jeweils rund 1.000 EGW) und mäht das Schilf jeden Winter. Es gibt also beide Vorgehensweisen und ein abschließendes Urteil, ob notwendig oder verzichtbar, kann zur Zeit nicht gefällt werden. Ich habe natürlich Verständnis dafür, wenn der optische Eindruck der ist, dass das sich zersetzende Schilf auf der Oberfläche zu Versiegelungen führt.

Generell empfiehlt sich zur Schilfernte die Winterzeit. In Norddeutschland wird das Reet für die Dächer auf gefrorenen Teichen geerntet, wobei darauf geachtet wird, dass kein Wasser oder Abwasser in die verbleibenden Stoppeln laufen kann, da sonst die Pflanze erstickt. Wenn also gemäht wird, sollten die verbleibenden Strohhalme immer noch ein paar Zentimeter höher sein als der größtmögliche Beckeneinstau nach Starkregenereignissen (also mindestens 30 - 40 cm über Becken-GOK).

Bei manchen Anlagen - auch kleinen Hauskläranlagen - haben wir ein Anwachsen der Streuschicht beobachten können, so dass der Neuaustrieb der Schilfpflanzen im Frühjahr durch Beschattung massiv behindert wurde, quasi ein Verlandungs"-problem" wie bei Mooren. In diesem Falle empfehlen wir den Betreibern das Schilfstroh abzuharken und zu kompostieren. Erfahrungsgemäß ist dies nur alle 5 - 10 Jahre nötig. 

Antwort zu Frage 4:

Die Vorteile von constructed wetlands (bzw. Pflanzenkläranlagen, bepflanzten Bodenfiltern, hydrobotanischen Klärstufen, reed bed treatment systems) sind an zahlreichen Stellen auf dieser Homepage und in der umfangreichen Fachliteratur beschrieben. Daher gebe ich hier einmal eine "negative" Antwort:

Die Regelentleerung von Klärgruben - eine krasse Geldverschwendung
Einige Probleme von Abwasserteichen



Antwort zu Frage 5:

Dr. Käthe Seidel (* 1907 in Frankenstein; † 1990 in Krefeld) – sie wählte den Ausdruck „Krefelder Systeme“ (hydrobotanische Klärstufe).

In unserem umfangreichen Literaturarchiv über constructed wetlands (- oder, um eine Auswahl von häufigen Synonymen zu benennen: Pflanzenkläranlage, Wurzelraumanlage, Schilfkläranlage, bepflanzte Bodenfilter, reed bed treatment system, treatment wetlands) befinden sich folgende Veröffentlichungen von Käthe Seidel:

Sumpfpflanzendach GWF Wasser und Abwasser 06 2010
Bibliografie der Publikationen von Käthe Seidel, ein Geschenk von Prof. Kickuth (* 1928; † 2007), der diese Quellen aus den Jahren 1949 – 1970 gesammelt hat.

Ein Literaturgesamtverzeichnis findet sich in der Diplomarbeit von Andrea Wrede (2003):
Dr. Käthe Seidel – Die Binse und mehr?! (Universität Hannover, Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung).

Für interessierte Diplomanden/innen stellen wir diese, in öffentlichen Bibliotheken überwiegend nicht verfügbaren Quellen gerne zur Verfügung. Man lernt u. a. daraus, wie viele Epigonen die fundamentalen Grundkonzepte der eigentlichen ForscherInnen und EntwicklerInnen nur wiederkauen und sich damit wichtigtuen, obwohl ihr eigener Beitrag gering oder gleich Null ist.

Ich habe in meinem Vortrag im Rahmen des Workshops „Dr. Käthe Seidel, Pionierin in der Erforschung der Abwasserreinigung durch Pflanzen“ am 22.01.2003 in der Universität Hannover, Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltentwicklung (Prof. Dr. Eva Hacker), diesem Sachverhalt Rechnung getragen und der Pionierin auf dem Gebiet der Pflanzenkläranlagen die ungeteilte Ehre angedeihen lassen, die ihr gebührt.
Es sind folgende wichtige Entwicklungsschritte im Schaffen von Käthe Seidel in Bezug auf Pflanzenkläranlagen auszumachen:
  • Ab 1.1.1962 erste Forschungen … „über die Eignung höherer Pflanzen für die Gewinnung von Trink- und Brauchwässern aus belastetem Wasser … Vorschläge zur technischen Realisierung entsprechender Verfahren …“ (Seidel 1967) mit der Gründung der „Limnologischen Arbeitsgruppe Dr. Seidel“ der Max-Planck-Gesellschaft in Krefeld.

  • Versuche zur Keimelimination (E. coli, Typhus-Erreger, Enterokokken, Salmonellen) mit Beteiligung von Sumpfpflanzen (Schoenoplectus lacustris, Spartina townsendii, Sparganium erectum, Typha angustifolia u. a.) ab 1961; mit Sandsubstrat ab 1968; mit Kiessubstrat ab 1969.

  • Vererdung von Schlämmen (mit Phragmites communis u. a.) ab 1962.

  • Phenolabbau u. a. mit Sumpfpflanzen (Alisma plantago aquatica u. a.) ab 1962.

  • Trinkwasserbehandlung (Elimination von E. coli) ab 1963.

  • Industrieabwasserbehandlung (Elimination von Aromaten) für eine Hefe- und Würzfabrik sowie bei einer Zuckerfabrik ab 1961. Ihre grundlegenden Versuche hinsichtlich der Überlebens- und Wachstumsmöglichkeiten von Sumpfpflanzen (Schoenoplectus lacustris u. a.) in Industrieabwässern (Phenolabwasser, Molkereiabwasser) datieren ab 1952. Es folgten zahlreiche In- und Auslandsprojekte über Deponiesickerwässer, Ölabbau, Abwässer von Schlachtereien, Papierfabriken, Stoffdruckereien, Lackfabriken, Schlammaufbereitung aus Zuckerrohr- und Holzfaserplattenfabriken in den 1970er Jahren.

  • Krankenhausabwässer (Elimination pathogener Keime) ab 1968 und nachfolgende weitere Erstversuche bis etwa 1975.

  • Auch die heute übliche intermittierende Beschickung vor allem bei constructed wetlands mit vertical subsurface flow wurde von Dr. Käthe Seidel in Form ihrer „Leiterkaskade“ erfunden, eine Versuchsanstellung, die das Tidensystem (Ebbe und Flut) nachahmt und dadurch den Gasaustausch drastisch befördert. „Das „Auf und Nieder – Einatmen und Ausatmen – Belasten und Entlasten, das war es!“ (Seidel 1974). „In unserem Ebbe-Flut-System wird bei Ablaufen des aufgestauten Wassers Luft mitgerissen und besonders in die Wurzelräume eingezogen, wo sie den abbauenden Bakterien als Energiequelle dient“ (Seidel 1967).

  • Die letzte Arbeit von K. Seidel und H. Happel datiert aus dem Jahr 1990: Entwicklung der Pflanzenkläranlagen. Institutsdruck Januar 1990).

Literaturnachweis:

Seidel, K. (1967): Eignung und Bedeutung von Wild- und Kulturpflanzen beim Abbau organischer und anorganischer Stoffe im Gewässer. 74 S. Institutsdruck. Veröffentlichungen der Limnologischen Arbeitsgruppe Dr. Seidel, Krefeld.

Seidel, K. (1974): Zit. in: Happel E. 2001: Gutes Wasser Lebensquell – Die Natur ist Spender und Retter. 151 S., R. G. Fischer Verlag, Frankfurt/Main.

Antwort zu Frage 6:

Leider ja, keine gute Frage – nächste Frage bitte. Würde ich meine eigenen Erfahrungen aus den letzten 30 Berufsjahren hier rekapitulieren – es würde ein „Wut-Buch“ werden. Daher kein weiteres Wort von mir hierzu – schon um der eigenen Gesundheit willen. Für Adrenalin-Kicks gibt es lohnendere Felder.

Lassen wir lieber die Erfinderin, Dr. Käthe Seidel (* 1907 in Frankenstein; † 1990 in Krefeld) und ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Helga Happel in einer späten Veröffentlichung selber zu Wort kommen:

[Auszüge aus „Limnologie in Stichworten (V). Ein Beitrag zur Schlammvererdung von K. Seidel und H. Happel, Stiftung Limnologische Arbeitsgruppe Dr. Seidel e. V. Krefeld (1984), Wasserkalender 1984 S. 141-185, Erich Schmidt Verlag.]
Zitat aus I. Einleitung (S. 141)

… „In der gleichen Zeitschrift "Korrespondenz Abwasser" (7/83, 442-444) wurden in dem Beitrag ,,20. Jahrestagung der ATV-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen" offene Worte über den "Stand der Technik", und über den wenig beachteten "Stand der Wissenschaft", über Rentabilität, über Schlammabgabe und -aufbereitung, über Mitarbeit der Bakterien und über die MonopolsteIlung der ATV gesprochen und geschrieben. Daß es zu den hergebrachten Systemen auch eine natürliche Alternative gibt, wurde weder gesagt noch geschrieben, obwohl unsere "Limnologische Arbeitsgruppe" in vielen Veröffentlichungen (Vorträge mit Dias und Aufsätzen) berichtet hat, die der Fachwelt zugänglich sind, z. B. über den Aufbau von Schlamm-Filterbecken, über Wirkungsvorgang bis zur völligen Vererdung. Dennoch soll hier ausführlich die Klärschlammvererdung in ihrer Entwicklung vom Laborversuch bis zur erfolgreichen Anwendung vorgestellt werden.“

Zitat aus V. Schlussbetrachtung a. a. O. (S. 183)

…“Deshalb legen wir großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zu den Wasserwirtschaftsämtern mit all ihren Abteilungen und ihren übergeordneten Stellen. Soweit uns dies gelungen ist, möchten wir uns an dieser Stelle bedanken.
Es ist uns aber nicht unbekannt, daß entsprechende Behörden sich anscheinend grundsätzlich dagegen wehren, daß neue Möglichkeiten der Schlammvererdung in ihr Arbeits- und Verantwortungsgebiet eingeführt werden. Selbst schon die „Untere Wasserbehörde" fällt hin und wieder unbesehen Urteile, die eine Einführung in die Praxis unmöglich machen. Oder man läßt den eingereichten, fachgerechten Antrag eines Dipl.-Ing. über Jahre unerledigt liegen.
Fürchtet man eine neue, biologische Methode so sehr? Dabei handelt es sich doch bei der vorgestellten Schlammvererdung nur um die "Ökologische Nische", die vorhanden ist. D. h. wir wollen nur dort arbeiten, wo man uns braucht und uns um Hilfe ruft.
Unsere Erfahrungen zeigen aber auch, daß das Ausland meist toleranter ist, nicht etwa in bezug zur Sauberkeit der Gewässer, zur Trinkwasserhygiene, zur Grundwasserqualität, sondern in der Bereitschaft, jeden Antrag sachlich zu prüfen, ob er seinem Land in erfolgversprechender und finanzieller Hinsicht dient und ihn nach der Genehmigung aufmerksam begleitet. Wir bitten deshalb die ATV zu überprüfen, ob ihre bekannte MonopolsteIlung (siehe Einleitung) durch Negierung oder Ablehnung noch gerechtfertigt ist.“

Abschließende Bemerkung meinerseits: Das Patent für das Verfahren der Schlammmineralisation (sprich Klärschlammvererdung) von Käthe Seidel stammt übrigens aus dem Jahr 1964 (Stuttgart P 14 848 39.6.), ein weiteres hierzu hat das Datum 11.08.1966 (Stuttgart 1210388).
Abschließende Literaturhinweise:

1) Wolfram, Maike (2003): Dr. Käthe Seidels Leben und Werk aus der Sicht der Freiraumplanung. Diplomarbeit. Universität Hannover, Fakultät für Architektur und Landschaft.

2) Unsere Seidel-Bibliografie

Antwort zu Frage 7:

Wir haben uns vor circa 20 Jahren einen CCH-Permeameter selbst gebaut und damit durchweg gute Erfahrungen gemacht (In-situ Messungen).

Verfahrensprinzip:

Chlorose

Wir konnten - auch im späteren praktischen Betrieb - nachweisen, dass die geologischen Gutachten zu völlig überzogenen (und damit teuren) Stranglängen der Versickerungsleistungen führen und unsere CCH-Permeameter basierten Dimensionierungen wesentlich kleiner und preisgünstiger realisierbar waren (z.B. an etlichen Standorten in der Eifel). Wir verweisen hierzu auch auf unsere Publikation zur Versickerung von mechanisch-biologisch gereinigten Abwässern.

Antwort zu Frage 8:

Zum Beispiel mit Langarmbaggern.

Chlorose

Bei kleineren Anlagen auch mit gewöhnlichen Baggern, hier z.B. in Lahstedt-Münstedt.

Chlorose


Antwort zu Frage 9:

Diese Auffassung teile ich ausdrücklich nicht. Unter dem folgenden Link habe ich das ausführlich begründet.

Antwort zu Frage 10:

Die Ursache der sog. Rotalgenblüte oder "photosynthetic bloom" ist eine Massen- entwicklung phototropher Bakterien, deren Farbpigmente blaugrüne Lichtanteile absorbieren können. Dabei kann es sich um verschiedene Stämme von Schwefel-, sog. Nicht-Schwefel- und Cyanobakterien handeln. Die sonst in der Literatur an Abwasserteichen in tropischen bis mediterranen Regionen beobachtete Färbung tritt in Mitteleuropa z.B. auch an Teichen auf, welche an eine Trennkanalisation angeschlossen sind. Die teilweise nur saisonal auftretende Verschiebung der Phytoplanktonzönose von Grünalgen zu phototrophen Bakterien kann durch Temperaturerhöhung, besondere Abwasserinhaltsstoffe (Fettsäuren, org. Schwefelverbindungen) oder erhöhte Raum- bzw. Flächenbelastung initiiert werden.

Rotalgenblüte

        Rotalgenblüte einer Teichkläranlage (oben und unten)

Rotalgenblüte

Die Bewertung dieses Phänomens ist unterschiedlich:
Teilweise wird daraus auf eine Überlastung der Teichanlage geschlossen und entsprechende Maßnahmen in Form zusätzlicher Belüftung oder Design- änderungen vorgeschlagen. Da der Stoffwechsel phototropher Bakterien für die Reinigungsleistung der Teiche wesentlich sein kann (z.B. wird die Emission geruchsintensiver Stoffe vermindert) ist eine Einzelfallbetrachtung notwendig, ob und welche Maßnahmen ergriffen werden können. Auf Grund der geringen Dimension der Bakterien (1 - 2 µm) ist ein rein mechanischer Rückhalt dieser Biomasse durch Anschwemmfilter schwer möglich. Wahrscheinlich werden diese Bakterien, wie z.B. auch Fäkalkeime in Bewachsenen Bodenfiltern durch biologische Mechanismen zurückgehalten. Es gibt jedoch noch keine Untersuchung zu Auswirkungen dieser bakteriellen Massenentwicklung auf ein Vorflutgewässer bzw. auf einen Bodenfilter.

In einem unserer Projekte (Teichanlage mit Pflanzenkläranlage im Bypass) ergaben sich trotz Massenentwicklung dieser rötlichen Bakterien im Vorklärteich, dessen Ablauf vollständig auf die Bodenfilter gepumpt wird, keine negativen Auswirkungen. Das Ablaufwasser ist unverändert klar (also ungefärbt) und grenzwertkonform.

Antwort zu Frage 11:



Antwort zu Frage 12:

Ich sehe folgende Systematik:


Chlorose


Chlorose

Antwort zu Frage 13:

Kläranlagen konventioneller Art wirken vor allen im naturräumlich geprägten ländlichen Raum außerordentlich störend. Mögliche Geruchsemissionen verlangen eine Ausgliederung aus arrondierten Wohnlagen. Grüne Fassadenfarben und verbrämende Bepflanzung heben den artifiziellen Charakter dieser Baukörper inmitten der Naturlandschaft nicht auf.

Sogenannte "naturnahe" Klärverfahren halten sich zugute, dass die "Biologie" (die biologische Reinigungsstufe) nicht innerhalb technischer Reaktoren aus Beton und Stahl (Tropfkörper, Belebungsbecken, Tauchkörper) angesiedelt ist, sondern sich als eine mittlere Verdichtung natürlicher Selbstreinigungsvorgänge des Freiwasserkörpers (unbelüftete bzw. belüftete Klärteiche) oder des pflanzlich erschlossenen Bodens (Schilfkläranlage) darstellt. Die zunehmende Akzeptanz solcher Systeme erklärt sich einerseits aus ökonomischen und betriebstechnischen Vorzügen, andererseits bezieht das derzeitige Umweltbewusstsein breiter Bevölkerungsschichten verstärkt "optische", d.h. landschaftsangemessene und sonstige umweltrelevante Kriterien, in das Entscheidungskalkül mit ein.

Naturnah bedeutet in diesem Sinne nicht nur naturräumlich angemessen in Bezug auf stattfindende Abbauprozesse und ästhetische Eingliederung in die Landschaft, sondern trachtet nach weitgehender Vermeidung technischer Peripherie (Baukomplexe aus Beton, Verringerung der Fremdenergiezuführung), ohne diese jedoch doktrinär auszuschließen.

Auch für Schilfkläranlagen ist meist eine Minimalausstattung mit technischen Einrichtungen obligatorisch (Rechen, Sandfang, Sedimentationsbecken, Folienabdichtung, Pumpen u.a.). Einige Elemente sind dabei nahezu unverzichtbar (Rechen beispielsweise), bei anderen gilt es den Artefakt-Charakter so weit möglich auf ein Minimum zu reduzieren.

Auch isolierte uferferne Schilfareale sind unzweifelhaft bedeutsame Biotope für eine Vielzahl von Organismen. Ihr natürlicher Standort innerhalb der terrestrischen bis semiterrestrischen Zonierung von Flüssen, Seen und Teichen macht eine Angliederung von Freiwasserflächen jedoch wünschenswert, wie dies z.B. bei unseren Mischwasserreinigungsbiotopen (Retentionsbodenfiltern) der Fall ist.

Diverse Vogelarten nutzen ausschließlich Röhrichte als Habitat, andere nur zu Brut- und Rastzwecken. Viele Arten indes besetzen Ufervegetation und freien Wasserkörper komplementär: Brut im Röhricht, Nahrungsaufnahme im See, um nur ein Beispiel zu nennen.

Erhaltung und Neuanlage von Feuchtgebieten im weitesten Sinne sind ein erklärtes Ziel bundesdeutscher Naturschutzmaßnahmen.
Es erhebt sich daher die Frage, inwieweit moderne, naturnahe Klärverfahren mehr als passiven Umweltschutz - in Form einer Vermeidung von Gewässerverunreinigung - leisten können.

Immer ist auch geltend zu machen, daß Klärteiche oder Schilfkläranlagen neben den intendierten Entlastungsaufgaben auch Naturschutzanliegen erfüllen können und solche Entsorgungseinrichtungen damit doppelt funktional einsetzbar sind.
Einschränkend gilt festzustellen, dass es derzeit kein (noch bezahlbares) Klärsystem gibt, das die Nährstoffbefrachtung des Abwassers auf ein Niveau senkt, das eutrophierungsneutral wirkt. An oligotrophe Lebensbedingungen angepasste Spezies sind im hier betrachteten klärtechnischen Rahmen nicht schütz- oder förderbar.

Indes hat in einer weitgehend ausgeräumten Kulturlandschaft auch der Schutz von Tier- und Pflanzenarten große Bedeutung, die an ein höheres trophisches Potential gebunden oder adaptiert sind. Feuchtgebietsschutz bzw. Reetablierung muss daher auch diese Arten ins Blickfeld nehmen.

Insgesamt lässt sich also feststellen, dass in unserer trophisch angereicherten Kulturlandschaft (u.a. durch landwirtschaftliche Dünger) oligotrophe Lebensformen vorrangig zu schützen sind, jedoch allgemein mit dem über Jahrzehnte betriebenen Entwässern von Feuchtgebieten und weiträumigen Flussbegradigungen auch eine Artenverarmung der an eutrophe Verhältnisse angepassten Spezies zu verzeichnen ist.

Mit dem Bau von Pflanzenkläranlagen, Retentionsbodenfiltern und schilfbepflanzten Klärschlammvererdungsbecken verknüpfen sich durchaus auch beträchtliche Wohlfahrtswirkungen ökologischer Art, die einen Beitrag zur Aufwertung der einseitig anthropogen geprägten Kulturlandschaft leisten.



Antwort zu Frage 14:

Feuchtgebiete sind Ökosysteme, deren Teilkompartimente (Boden, Flora und Fauna) wesentlich vom Wasser geprägt sind. Mit dem Substrat- und Feuchtigkeitsregime variieren die möglichen Ausprägungsformen:
Verlandungsbereiche von Gewässern mit Röhricht und Großseggenrieden, Kleinseggensümpfe, Großseggenriede außerhalb von Verlandungsbereichen, Flächen mit Schlenkenvegetation, Seggen- und binsenreiche Nass- und Feuchtwiesen, Mädesüß-Hochstaudenfluren, offene Hochmoore, Pfeifengrasstreuwiesen, Zwergstrauchheiden, Borstgrasrasen, Hochmoorwälder, Bruchwälder, Auwälder, Quellen, Bäche und Flüsse, Altwasser, Tümpel und Weiher, Seen, feuchte Wirtschaftswiesen und -weiden.

Feuchtgebiete befinden sich als Übergangszonen zwischen terrestrischen und aquatischen Habitaten und sind aufgrund der schwankenden Feuchtigkeitsverhältnisse schwer gegeneinander abzugrenzen. Röhrichte, die im Vordergrund dieser Betrachtung stehen, haben eine besonders große Amplitude der tolerierten Wasserverhältnisse am Standort. Die kosmopolitisch verbreitete Gattung Phragmites, die oft in Mitteleuropa das Röhricht als einzelne Art monotypisch bildet (ssp. australis bzw. synonym communis) wurde von mir auch in Flusstrockenbetten arider Klimata gefunden z. B. in den Wüsten Death Valley, USA und in der Sahara, Niger (BLUMBERG 1986), hier in Form der Spezies Phragmites karka.

Hier soll zunächst nicht die Rede von Vögeln oder Insekten sein, die als wichtigste Tierartengruppen in zahllosen Spezies  solche Biotope annehmen, und auch nicht von den ausgleichenden Einflüssen auf das standörtliche Klima durch die hohe Evapotranspiration (bis etwa 40mm = l/m²*d). Es gibt unzweifelhaft eine Vielzahl von komplementären oder sekundären (das soll heißen, nicht primär intendierten) "Wohlfahrtswirkungen" solcher Schilfkläranlagen auf die Biosphäre und andererseits möglicherweise auch noch nicht erkannte Gefahrenpotentiale von solchen anthropogenen, neuetablierten Feuchtgebieten auf ehemals terrestrischen, nunmehr durch Abwasser und Abdichtungen (PVC oder HD-PE Kunststoffdichtungsbahnen) hydromorph umgeprägten Flächen.

Dieses wichtige Kapitel, das in der Diskussion der Fachwelt, die auf Effizienz des Primärzwecks Abwasserreinigung fokussiert, ohnehin stiefmütterlich behandelt wird bzw. allenfalls eine Rolle spielt, um mit den offensichtlichen landschaftsästhetischen Vorzügen Motivationsforschung für die hohe Akzeptanz dieser naturnahen Verfahren beim Bürger zu betreiben, kann und soll hier nicht vertieft werden, so lohnend dies auch erscheint.

Ob dieses Klärkonzept ökologisch genannt werden kann, hängt nicht allein davon ab, welche technischen oder natürlichen Kräfte zu einer Entsorgungsarchitektur zusammengeführt werden. Unter diesem Blickwinkel ergäben sich bereits ganz wesentliche Gesichtspunkte, die das Adjektiv ökologisch rechtfertigten, wird doch ein vollständiges, in der Natur so vorzufindendes Ökosystem (Schilfröhricht) künstlich aufgebaut. Das naturfremde artifizielle Moment betrifft vor allem den Standort, an dem es spontan, da dieser ursprünglich terrestrisch war, sich nicht eingestellt hätte und die extreme Beaufschlagung mit leicht abbaubaren und teilweise auch weniger leicht oder sogar schwerabbaubaren Stoffen.

Die über nunmehr fünf Jahrzehnte gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass das gewählte Ökosystem “Röhricht“ diesen Belastungen auch dauerhaft gewachsen ist und dies verwundert zumindest Fachleute nicht übermäßig, denn seit Jahrmillionen werden große Mengen organischen Bestandsabfalls (Detritus) in den biogeochemischen Kreisläufen der verschiedenen Ökosysteme vor allem durch die Destruenten, primär also durch Mikroorganismen und Pilze, wieder in die Ausgangssubstanzen, entsprechend dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik, also in energieärmere Verbindungen und Elemente zerlegt.

Auch wenn der Energieeintrag in Form hochmolekularer Verbindungen quantitativ in Schilfkläranlagen bedeutend  höher ist als in natürlichen Ökosystemen, operiert man bei den Energiedichten kommunalen Abwassers noch nicht im Grenzbereich der enzymkinetischen Substratsättigung und erhält bei der mathematischen Modellierung der Abbauereignisse Funktionen vorwiegend erster Ordnung, wie sie in allen Lehrbüchern der Mikrobiologie beschrieben werden.

Die vorgenannten Konzeptbausteine führen nur teilweise zu einem in sich geschlossenen ökologischen Ansatz. Man denke sich beispielsweise ein "Biohaus", wie es sie heute vielerorts als Einzelexemplare zu besichtigen gibt, das eine ökologische Architektur hat (z.B. im Hinblick auf verwendete Baumaterialien, solare Energieversorgung, Rezyklisierung von Wasser/Abwasser etc.), jedoch von Menschen bewohnt wird, die in ihrer Lebensweise nicht in Einklang mit der Intention des Architekten oder Bauherrn stehen, die also Chemikalien im Haushalt im Überfluss einsetzen, Abfall- und Abwasserberge produzieren und Energie für eine unerschöpfliche Weltressource halten und demgemäß damit sehr verschwenderisch umgehen. Die ökologischen  Rahmenvorgaben eines solchen Biohauses können sicherlich durch die Lebensgewohnheiten der Menschen, die darin wohnen, konterkariert werden.

Ob ein Konzept letztlich ökologisch wirkt, wird also durch die Art und Weise der Nutzung entscheidend mitgeprägt.
 
In der derzeit praktizierten Siedlungswasserwirtschaft wird jedoch der Input, d.h. der Eintrag von stofflichen Belastungen, nahezu unkommentiert als quasi unbeeinflussbare Zivilisationsgröße hingenommen.

Nach allem, was bisher aus ökotoxikologischen Untersuchungen bekannt ist, müsste die Immissionsbetrachtung im Sinne des Ökosystemschutzes zu außerordentlich verschärften Anforderungen in Bezug auf die zugelassene Art, Menge und Schädlichkeit von Abwassereinleitungen bzw. Schadstoffkomponenten führen.

Sowohl hinsichtlich der Reinigungstechnik als auch im Hinblick auf die Kosten kann jedoch eindeutig festgestellt werden, dass ökotoxikologisch unbedenkliche Wirkungsebenen des Vielstoffgemisches Abwasser über ertüchtigte Kläranlagen allein nicht erreichbar sind. Auch die modernen Membranfiltrationstechniken mit ihrer hohen selektiven Trennschärfe sind in dieser Hinsicht nicht die Wunderwaffe schlechthin. In der gleichen Sackgasse befinden sich bereits die Wasserwerke, die nur einen Bruchteil der weit über 200 im Grundwasser vorzufindenden Schadstoffe analysieren können, ganz abgesehen von einer Elimination derselben.

Wirksamer Ökosystemschutz führt also unweigerlich zum Verbraucher zurück, und das entspricht auch dem Verursacher- und Vorsorgeprinzip.

Einschränkungen in der Produktion und/oder dem Verbrauch von Produkten mit nicht- oder schwerabbaubaren Inhaltsstoffen ergeben sich demnach als zwangsläufige Konsequenz, auch wenn dabei die Prinzipien der ´freien´ Marktwirtschaft zugunsten einer die Lebensgrundlagen stärker bewahrenden ´umweltorientierten´ Marktwirtschaft aufgegeben werden müssten.

Für Kläranlagen muss aus einem ökologischen Ansatz heraus gefordert werden, daß nur solche Stoffe zugeführt werden dürfen, die abbaubar sind oder immobilisiert werden können (z. B. Phosphate durch Fällung).

Die Klärtechnik und ihre Reinigungskapazität sollte das zufließende Stoffgemisch definieren - bisher ist es umgekehrt. Erst wenn diese den zugeführten Belastungen standhält und diese Stoffe metabolisiert und in unschädliche Ausgangsstoffe überführt oder zumindest dauerhaft bindet, wird ein weitgehender Schutz nachgelagerter Bach-, Fluss- und Meerökosysteme erreicht.

Glücklicherweise ist dies im Hinblick auf Schilfkläranlagen (constructed wetlands) keine utopische Forderung, gehört doch der belebte Boden zu den vielseitigsten Wirkungsgefügen, die wir kennen. Er wird also bereits aus sich heraus mit stofflicher Vielfalt und durchaus auch mit Xenobiotika erstaunlich gut fertig. (KICKUTH, 1992)  Menschliche Manipulationen, wie zum Beispiel die Erhöhung der wirksamen Aufenthaltszeit oder auch die Zugabe physiko-chemischer Additive (im einfachsten Fall Kalk oder organische Substanz) ermöglichen beträchtliche Wirkungsgradsteigerungen.
Trotz vorhandener oder künstlich erhöhter Pufferungskapazitäten wird eine
Reihe von Stoffkomponenten verbleiben (vor allem persistente synthetische organische Verbindungen), die der Verbraucher substituieren soll und muss, wenn die eingangs gestellte Frage so beantwortet werden soll, dass das Entsorgungskonzept ´Abwasserreinigung im Röhricht´, sprich Pflanzenkläranlage oder bepflanzter Bodenfilter, das Adjektiv ökologisch in dem hier formulierten strengen Sinn verdient.

[1]  KICKUTH, R. [1992]: Das Wurzelraumverfahren zur Abwasserbehandlung „The strategy behind“. Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung, Landschaftsbau (Hrsg.): Biotoppflege-Biotopentwicklung, Teil 2 Bonn

Antwort zu Frage 15:

Besser als Werner Nachtigall (1979) könnte ich diese Frage nicht beantworten. Der nachfolgende Text stellt daher eine Hommage an seine wunderbar anschaulichen Darstellungen dar.

Der Schilfwald als Biotop

Neben einigen wenigen Säugetieren wie Bisamratten, Mäusen und Spitzmäusen, sowie gelegentlich Rehen und Wildschweinen haben sich vor allem Vögel den Lebensraum Röhricht erobert. Der Insektenfülle, die das Schilfökosystem hervorbringt, bedienen sich viele Arten gewissermaßen nebenher oder auf dem Durchzug, die wir ganz überwiegend anderen Lebensräumen zuordnen: Schwalben und Mauersegler, Stare, Drosseln und Sperlinge, um nur einige Familien zu erwähnen.

Spezifischer an die besonderen Habitatverhältnisse des Schilfrohrs angepaßt sind z.B. Moorente und Blesshuhn oder die Taucher: Haubentaucher, Zwergtaucher, Schwarzhalstaucher.

Es lassen sich Kulturfolger wie Höckerschwäne ebenso wie die Graugans ausmachen, desgleichen brüten Reiher und Löffler im Schilf. Einige Arten letzter Gattungen sind extrem an den Schilfwald angepaßt wie z.B. der Purpurreiher, der sich in seiner längsgescheckten Zeichnung und mit seinen langen Zehen, die jeweils ein ganzes Büschel von Schilfhalmen umfassen können sowie seiner "Pfahlstellung" ausgesprochen behände in diesem schwer zugänglichen Terrain bewegt und wie die Rohrdommel perfekt zu tarnen im Stande ist.

Betrachtet man die Avifauna des Schilfwaldes, fällt brutbiologisch eine Art Stockwerksaufteilung auf, an die man eher im Zusammenhang mit dem Ökosystem "Tropischer Regenwald" denkt. Dessen extrem vielfältige ökologische Nischen finden sich gewissermaßen miniaturisiert für die lebensfeindlicheren klimatischen Verhältnisse der gar nicht so "gemäßigten Breiten" in diesem Lebensraum.

Die Faszination, die von der Vogelbiozönose des Röhrichts ausgeht, wird durch ein längeres Zitat wahrscheinlich trefflicher wiedergegeben, als durch meine noch so wohlmeinende moderierende Zusammenfassung (Nachtigall 1979):


"Vielleicht bekommt man die vergleichsweise recht scheue Bartmeise zu Gesicht, die eigentlich keine Meise ist, sondern ein Verwandter der asiatischen Timalien. An seinen dunklen Bartstreifen am mächtigen, grauen Kopf ist das Männchen sofort zu erkennen. Für die Brut bevorzugt sie Schilfbestände, die bereits auf trockenerem Boden stehen. Auf Nahrungssuche begibt sie sich aber weit in den Schilfwald hinaus. Im Sommer ist sie auf Insektennahrung spezialisiert, soll vor allem kleine Wasserkäfer fressen, im Winter dagegen frißt sie die Samen des Schilfs und anderer Pflanzen. Diese Kost ist schwer verdaulich, da sie im Magen zerrieben werden muß. Demgemäß bildet sich im Winter eine stärkere Muskulatur für den Muskelmagen, und nun nimmt die Bartmeise auch viele Steinchen auf, so daß ihr Magen wie eine Schrotmühle arbeiten kann.

Ähnlich unterschiedliche Nahrung nehmen die Rohrammern zu sich. Im Sommer fressen sie ebenfalls Insekten, im Winter suchen sie die Halme nach Insektenlarven und Puppen ab, fressen aber auch Schilfsamen.

Die verschiedenen Rohrsänger kommen teils im offenen Schilf vor, teils lieben sie mehr die landseitigen Bestände mit dichterem Pflanzenunterwuchs. Vom Land zum See wird man zunächst den Sumpfrohrsänger, dann Teich- und schließlich besonders häufig Drosselrohrsänger finden. Unablässig sind die Rohrsänger auf Insektensuche, fressen auch sehr kleine Kerbtiere, wie z.B. frisch geschlüpfte Mücken.

Der typische "Halmläufer" ist der Teichrohrsänger. Er pickt sitzende Insekten ab, kann aber auch kurz auffliegen und sie im Flug erhaschen.

Der Drosselrohrsänger ist wohl zu schwer und zu wenig wendig für diese Flugjagd. Er kann dafür ein wenig fischen und holt, am äußersten unteren Ende eines Schilfhalms sitzend, gern Wasserinsektenlarven heraus, manchmal auch kleine Fische. Recht spezialisiert ist der Mariskensänger. Er hupft im Schilf gern im unteren Bereich herum, liebt auch kräftigen Unterwuchs und scheut sich nicht, unter die sogenannte "Knickschicht" einzudringen. Das ist die Schicht aus quergestellten und breitgedrückten Halmen und Blättern - vor allem auch Rohrkolbenmaterial -, die sich durch Wind und Schneelast einige Dezimeter über dem Boden ausgebildet hat. Hier überwintern gern Spinnen, und auf die hat es der Mariskensänger abgesehen. Außerdem kann er ein bisschen tauchen und fischt sich Insektenlarven.

Die Rohrsänger sind samt und sonders gut ans Klettern auf senkrecht stehenden Halmen angepaßt. Mit großen Zehen und langen Beinen halten sie sich fest, wobei sie ein Bein strecken, das andere anziehen. Ihre Nester weben sie meist an mehrere Schilfhalme an, der Mariskensänger aber baut im Gebüsch. Auch ein Schwirl kommt im Schilfwald vor: der Rohrschwirl. Auf den ersten Blick mag man ihn mit einem Rohrsänger verwechseln, aber die andere Fortbewegungsweise ist ganz charakteristisch: Er kann nicht hüpfen wie ein Sänger, sondern läuft  "schlüpfend" durch die Halme."

Wintergäste

Vor allem im Winter gibt es im Schilf nicht wenige Beutelmeisen zu beobachten. Es wird vermutet, daß sie aus weiter nördlich gelegenen Regionen zugewandert sind.

Diese Schilfgäste sind darauf spezialisiert, überwinternde Insektenlarven und Puppen, die mitten in den Röhren der Schilfhalme sitzen, herauszupulen. Dazu schlagen sie zunächst einmal den geschlossenen Schnabel leicht ein, öffnen ihn dann ein wenig und drehen ihn. Durch wiederholte Anwendung dieser Technik kriegen sie so einen Spalt in das zähe Material, aus dem sie die Larve schließlich herausziehen. Die Rohrammern machen das anders. Sie beißen die Halme an und knabbern sich ein Loch hinein.

Der häufigste Wintergast im Schilfwald ist erstaunlicherweise die Blaumeise. Sie hat wieder eine andere Technik: Sie "zirkelt" nicht wie die Beutelmeise und beißt nicht wie die Rohrammer, sondern hackt von oben nach unten parallele Striemen in die Wand eines Schilfhalms, bis diese dünn wird und nachgibt.

Gern fliegt auch der Zaunkönig ins Schilfgestrüpp ein. Er hält sich vor allem im unteren Bereich auf und bevölkert so im Winter den Biotop, der im Sommer im wesentlichen den Mariskensängern vorbehalten ist. So ist die Kleinvogelbesiedelung des Rohrwaldes recht vielfältig und unterschiedlich.

Jeder Vogel bevorzugt seine eigene "Höhenlage", manche sind eng an bestimmte Gebiete angepaßt, wie die Bartmeisen, andere bewegen sich in einem größeren Bereich, wie die Teichrohrsänger. Im Sommer sind die Verhältnisse anders als im Winter. Teils ändern die Arten ihren Aufenthaltsbereich (die Bartmeise wandert von "ganz unten" nach "ganz oben"), teils sind sie durch andere Arten ersetzt. Das folgende Schaubild gibt eine Übersicht.


Verteilung der Vögel im Schilfbiotop
 
Vögel im Schilfbiotop

Quelle: Nachtigall 1979

Vom Insektenleben im Röhricht

Alle Röhrichtvögel tanzen nicht zum Spaß die Halme hinauf und hinunter. Sie sind auf der Suche nach Nahrung. Im untersten Bereich fischen manche Vögel nach kleinen Wassertieren. Sonst ist aber der Überwasserschilfwald selbst die Heimstätte eines Heeres von Insekten, die sich alle mehr oder minder vom Schilf nähren. So fließt in einem großen Kreislauf ein Teil der im pflanzlichen Schilf materialgebundenen Energie zu den Insekten und weiter zu den Populationen insektenfressender Schilfvögel. Die Abbildung zeigt nur einen kleinen, wenngleich charakteristischen Ausschnitt aus der Masse der ungebetenen Insekteneinmieter.

Wieder gibt es ganz spezifische Anpassungen. Viele Arten leben als Larven im hohlen Schilfhalm selbst, andere bevorzugen die Blattachseln, wieder andere induzieren eine Art Galle, ein spezielles pflanzliches Gewebe um sich herum, und dazu kommt die Masse derjenigen Insekten, die auf den Blättern und außen an den Halmen entweder nur kurz sitzen oder dort einen Teil ihres Lebens verbringen.


Überwasser – Biozönosen in der Schilfregion

 Biozoenosen in der Schilfregion

Quelle: Nachtigall 1979

So, wie im Nest des Weißstorchs Spatzen als Untermieter hausen oder im Bisamrattenbau Mäuse, so leben außen an den Schilfzigarren weitere Untermieter, die sich den neu gewachsenen "Mikrobiotop" zunutze machen. Es sind andere Halmfliegen, aber auch Milben und Gallmücken. Wenn die Halmfliege ausgeschlüpft ist, fault das ganze Gebilde und bietet den genannten Insekten nun wieder Nahrung. Sogar die Kotbällchen der Fliegenlarve, die noch im Innern ruhen, werden wieder aufgenommen, zersetzt und umgewandelt.

Auch die eigentliche Röhre im Innern der stark verholzten Galle bleibt selbstredend nicht ungenutzt, wie überhaupt kleinere und größere Hohlräume in jedem Biotop wieder besiedelt werden. So legen Heuschrecken ihre Eier in diese Röhren ab, die darin den Winter überdauern. Es überwintern aber auch Ohrwürmer, manche Käfer und besonders Spinnen in diesen schützenden Gängen. Finden sie diese mit Eiern angefüllt, so räumen sie sie erst einmal aus und fressen wohl auch den nahrhaften Inhalt.

Auch die weiter unten liegenden Halmabschnitte bleiben von Schadinsekten nicht verschont. So findet man an längsgeschnittenen Halmen häufig kleine Ausbuchtungen nach innen. Das sind Gallen, die die Pflanze um die Larve der Schilfgallmücke, Perrisia inclusa, herumgebaut hat. Sie sind nicht größer als ein Reiskorn und sehen auch so aus.

Ein besonderer Schädling ist der Rohrzünsler, Schoenobius gigantellus. Seine Raupe bohrt sich in junge Schilftriebe ein und frißt sie der Länge nach aus. Solche Triebe sterben ab. Dann wechselt die Raupe auf einen neuen Trieb und wiederholt ihr Zerstörungswerk. Weniger schädlich ist der häufige Rohrbohrer, Phragmataecia, ebenfalls ein Schmetterling.

Die Larven der Rohreule, Archanara geminipunctata, nagen ebenfalls die Halme innen aus, so daß diese irgendwann bei einem kräftigen Windstoß abbrechen. Neben anderen Insekten gibt es dann noch die Schilfschildläuse, deren Weibchen als ungeformte, sack- oder schildartige Gebilde besonders in der Nähe der Blattachseln sitzen, und weiter Blattläuse auf den Blättern selbst, allen voran die Pflaumenblattlaus.

Alle diese ungebetenen Insektengäste schädigen das Schilf, entweder kaum merklich (wie die Blattläuse) oder doch mehr oder minder drastisch. So wachsen Halme mit "Schilfzigarren" nicht mehr, oder sie fruchten nicht mehr, wenn sie vom Halmspitzenminierer Tomasiella befallen sind.

Gefürchtet ist die Rohreule, da sie die Halme zum Abbrechen bringt. Am Neusiedler See wird sie durch den winterlichen Schilfschnitt kleingehalten. Sie verpuppt sich nämlich in den Überwasserstengeln, die im Winter ja vielfach abgeschnitten und verarbeitet werden. So kann sie sich nicht so stark verbreiten.

Eine ganz einzigartige Biozönose also im Biotop des Schilfwalds. Vielfacher Insektenbefall in und an den Schilfhalmen zieht ein vielseitiges Kleinvogelleben nach sich. Der Insektenbefall schädigt den Schilfwald nicht wirklich- man schätzt am Neusiedler See den Ausfall nur auf 0,3% der Primärproduktion-, aber ohne ihn wäre die Kleinvogelpopulation gestört, und dies würde sich wieder an anderen Stellen im Nahrungskreislauf bemerkbar machen" (NACHTIGALL 1979).

Zusammenfassung:

Die grundsätzlichen Biotopqualitäten von Röhrichten müssen als sehr hoch eingestuft werden, auch wenn sie artifiziell in Form einer Schilfkläranlage (synonym Pflanzenkläranlage, bepflanzter Bodenfilter) innerhalb einer ausgeräumten Kulturlandschaft neu etabliert werden (Sekundärbiotop).

Es hat sich gezeigt, dass auf Schilfröhrichte spezialisierte Vogelarten selbst kleinflächige, primär klärtechnisch zweckbestimmte Areale gut annehmen. Einige Spezies, die unter hiesigen Verhältnissen möglicherweise Einstand nehmen, seien nachfolgend aufgeführt:

Sumpfrohrsänger    -    Acrocephalus palustris
Schilfrohrsänger    -    Acrocephalus schoenobaenus
Rohrammer        -    Emberiza schoeniclus
Tümpelsumpfhuhn    -    Porzana porzana
Kleines Sumpfhuhn    -    Porzana parva
Rohrdommel        -    Botaurus stellaris
Zwergdommel        -    Ixobrychus minutus
Bartmeise        -    Panurus biarmicus
Haubentaucher    -    Podiceps cristatus
Rohrweihe        -    Circus aeruginosus
Sumpfohreule        -    Asio flammeus

Diese Habitate werden ferner von nicht speziell auf das Leben im Schilfwald angepaßten Arten stark frequentiert (z.B. Meisen, Sperlinge, Kuckucke, Bekassinen u.a.).

Aufgrund ihres üppigen Nahrungsdargebots in Form verschiedenster Insekten sind sie auch für Zugvögel wichtige "Raststationen" auf ihrem beschwerlichen Weg Richtung Süden (überwiegend zum afrikanischen Kontinent).

Schilfkläranlagen (constructed wetlands) sind daher tendenziell in der Lage, neben primären Abwasserreinigungserfordernissen auch sekundäre naturschützerische Anliegen zu befriedigen.
 
Literatur:
BLUMBERG, M., 1986: Durchführbarkeitsstudie zur gutachterlichen Mission “Wurzelraumverfahren“ in der Republik Niger im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GmbH. –Universität Kassel.

NACHTIGALL, W., 1979: Unbekannte Umwelt. Hoffmann und Campe. Hamburg



Antwort zu Frage 16:

1) Dieser Befund (hohe Diversität von Pflanzenarten) basiert auf meinem etwas eigenwilligen Bepflanzungskonzept. Dieses möchte ich nachfolgend zuerst vorstellen.
2) Unter dieser Ordnungsnummer ziehe ich dann eine selbstkritische Bilanz nach mittlerweile 13 Betriebsjahren.

1. Bepflanzungskonzept Mischwasserbiotop Lahstedt-Gadenstedt
Der Biotopkomplex (vielleicht sollte man besser Reinigungskaskade sagen) besteht aus einem Absetzteich mit schwimmender Tauchwand, einem Speicherteich mit hydraulischer Vorentlastung und einem schilfbepflanzten Bodenfilter mit gedrosseltem Ablauf.
Dem vielerorts vertretenen Konzept, solche neu eingerichteten Teiche der natürlichen Sukzession zu überlassen, sind wir nicht gefolgt.
Die Entwicklung zur Klimaxgesellschaft erfordert oft sehr lange Zeiträume. Uniforme Entwicklungen sind wahrscheinlich, weil die Spontanbesiedlung und Nischenbesetzung vieler Arten, die in nachstehender Bepflanzungsliste aufgeführt sind, in einer sehr stark anthropogen geprägten Landschaft nicht gegeben ist. Ihre natürliche Verbreitung in das hier betrachtete Areal ist oftmals fast auszuschließen, da sie, obwohl hier heimisch und standörtlich angepasst, in der größeren Umgebung nicht mehr anzutreffen sind. Die Standorteignung von Pflanzen kann immer nur relativ weitgefasst angegeben werden (ökologische Amplitude).
Es wurde durchaus mit Absicht eine große Zahl verschiedener Spezies ausgewählt, die sich im Laufe der folgenden Jahre entsprechend den zwischenartlichen Konkurrenz- bzw. Dominanzbeziehungen reduziert hat.
Stark wuchernde Ubiquisten (z.B. Typha latifolia - Breitblättriger Rohrkolben oder Phragmites communis - Gemeines Schilfrohr) kommen an den Ufern der Teiche nicht zur Anpflanzung, sondern lediglich als Funktionalbepflanzung der Bodenfilter - und dort entsprechend ihrer natürlichen Dominanz monotypisch. Im Bereich der stark schwankenden Wasserlinie des Teichretentionsraums (Rückhaltevolumen ca. 15000m³) dominieren Seggenarten (Carex ssp.), die als amphibische Pflanzen sowohl längere Phasen der Überflutung als auch periodisches Trockenfallen tolerieren. Ihr oberflächennahes Wurzelgeflecht erfüllt vor allem die Funktion der Uferbefestigung. Ferner kommt ihnen eine gewichtige Bedeutung als Schwebstofffänger zu. Im freien Wasserkörper finden sich sowohl freischwimmende Wasserpflanzen (z.B. Krebsschere) als auch submerse Laichkräuter (Potamogeton ssp.) und einheimische Schwimmblattpflanzenarten (Teichrose, Seerose, Seekanne), die sowohl eine Belüftungs- als auch eine Beschattungsfunktion erfüllen.
Die typische Zonierung von Sumpf- und Wasserpflanzen an Teichen ist an vier Stellen beispielhaft im Bereich des Mischwasserbiotops in direkter Folge mit jeweils unterschiedlichen Arten dargestellt.
Tiefwasserzone:
            Nymphaea alba
            Nuphar lutea
            Stratiotes aloides
Mittelwasserzone:
            Scirpus lacustris
            Potamogeton natans
            Typha angustifolia
Flachwasserzone:
            Iris pseudacorus
            Acorus calamus
            Caltha palustris
Submerse, frische bis nasse Uferzone:
            Lythrum salicaria
            Filipendula ulmaria
            Myosotis palustris
Einige Arten wurden schließlich gewählt, da sie in der freien Natur in ihrem Bestand gefährdet oder selten geworden sind (Nuphar lutea - Gelbe Teichrose).

Sumpf- und Wasserpflanzen im Bereich des Mischwasserbiotops
    Acorus calamus                                (Kalmus)
    Alisma plantago - aquatica                 (Gemeiner Froschlöffel)
    Butomus umbellatus                         (Schwanenblume)
    Caltha palustris                                (Sumpfdotterblume)
    Carex acutiformis                             (Sumpfsegge)
    Carex caespitosa                              (Rasige Segge)
    Carex elata                                      (Steife Segge)
    Carex flava ssp. vulgaris                   (Gelbe Segge)
    Carex gracilis                                   (Scharfe Segge)
    Carex hartmanii                               (Hartman’ s Segge)
    Carex panicea                                  (Hirsen-Segge)
    Carex paniculata                              (Rispen-Segge)
    Carex pseudocyperus                       (Große Zyperngras-Segge)
    Carex riparia                                    (Ufersegge)
    Carex rostrata                                 (Schnabel-Segge)
    Carex serotina                                 (Späte Gelbsegge)
    Carex vesicaria                                 (Schmalblättrige Blasensegge)
    Carex vulpina                                   (Fuchs-Segge)
    Filipendula ulmaria                             (Mädesüß)
    Glyceria maxima                                (Großer Wasserschwaden)
    Iris pseudacorus                               (Sumpfschwertlilie)
    Juncus inflexus                                 (Blaugrüne Binse)
    Lysimachia vulgaris                            (Gemeiner Gilbweiderich)
    Lysimachia nummularia                      (Pfennigkraut)
    Lythrum salicaria                               (Blutweiderich)
    Mentha aquatica                                (Wasserminze)
    Myosotis palustris                             (Sumpf- Vergissmeinnicht)
    Ranunculus flammula                         (Brennender Hahnenfuß)
    Scirpus lacustris                                (Teichsimse)
    Sparganium emersum                        (Einfacher Igelkolben)
    Sparganium ramosum                        (Ästiger Igelkolben)
    Typha angustifolia                             (schmalblättriger Rohrkolben)
    Veronica beccabunga                         (Bachbunge)

2. Fazit nach nunmehr 13 Betriebsjahren (2012)

2.1. Die in Einzelexemplaren gesetzten Freiwasserpflanzen (Hydrophyten) sind alle eingegangen (Krebsschere, Seerosen, Laichkräuter etc.). Ich bin der Meinung, dass es nur teilweise an den hypertrophen Milieubedingungen liegt, überwiegend sehe ich die Pflanzmethode und Substratverankerung als Ursache.

2.2 Die Pflanzen der amphibischen Zone (Innenböschung) und der Dämme insgesamt haben sich ganz überwiegend trotz eines sehr geringmächtigen Wurzelhorizonts oberhalb der PE-HD-Dichtungsbahn sehr gut und dauerhaft etabliert.

2.3 Die Trockenmagerrasenmischungen (Stichwort Blühwiesen) auf den Betriebswegen und Außenböschungen haben sich dauerhaft behauptet und entfalten die intendierten Funktionen für Schmetterlinge und andere Insekten, sowie als Samenvorrat für überwinternde Vögel.

2.4 Eine natürliche Schwimmstoffsperre auf einer Kalkschotterschwelle zwischen Absetz- und Speicherteich aus Schoenoplectus lacustris konnte trotz dreimaliger Nachpflanzung nicht realisiert werden. Der Fraßdruck durch Bisamratten und Wasservögel war auch durch technische Schutzvorrichtungen nicht zu überwinden.

2.5 Die vorkultivierten Teichinseln von drei verschiedenen Herstellerfirmen, die versuchs- und vergleichsweise installiert wurden, hatten allesamt massive Verbissschäden durch Wassergeflügel, also durch Enten, Gänse und Rallen. Experimentell wurden von uns Geogitter zum Schutz nachgerüstet, was sich bewährt hat.

2.6 Populus nigra (Schwarzpappel, nicht hybridisiert) wurde auf Initiative eines Ratsherren der Gemeinde am Ufer der angrenzenden Fuhse gepflanzt. Was es mit dieser vom Aussterben bedrohten Art auf sich hat, erläutere ich unter folgendem Link: Die Schwarzpappel – Baum des Jahres 2006

Antwort zu Frage 17:  

Nein, das ist Unsinn – aus vielerlei Gründen.
Die Wurzelraumanlage Othfresen der Gemeinde Liebenburg (mit nunmehr ca. 6500 angeschlossenen Einwohnergleichwerten) besteht jetzt seit 1974. Es war eine meiner Aufgaben 1984 das Symposium zum zehnjährigen Bestehen dieser Pflanzenkläranlage als Mitarbeiter des Instituts für Ökochemie (Uni Kassel) zu organisieren. Mit der Bezirksregierung Braunschweig in Gestalt des Bauoberrates E., die über Jahre hinweg keine bürokratische Schikane ausgelassen hat, um die Anlage zu schließen, habe ich mir seinerzeit höchst unangenehme Wortgefechte auf Fachkongressen und vor Busladungen von Besuchern (vorwiegend aus Skandinavien und Österreich) geliefert und mit zahlreichen Diplomanden Beprobungen, Umbauten und Betriebsoptimierungen vorgenommen.
Fazit all dieser jahrelangen zeitaufwendigen Bemühungen:

  1. Die Bezirksregierungen wurden in Niedersachsen abgeschafft. 
  2. Die Pflanzenkläranlage (Wurzelraumanlage) Othfresen läuft bis heute (2012), wird also in 2014 vierzig Jahre alt – und ein Ende ist nicht absehbar.
  3. Die ökonomischen Vorteile (und nicht nur diese) für die Gemeinde sind riesig darauf hat schon der Gemeindedirektor Kirstein beim Zehnjahresjubiläum dezidiert hingewiesen (KIRSTEIN, 1985) [2].
  4. Ein Alterungsprozess dieser ökotechnologischen Abwasserreinigungsvariante, wie er bei technischen Systemen ab der ersten Betriebsstunde einsetzt, ist nicht erkennbar. Es gilt das alte VW-Käfer-Motto …und läuft und läuft… und läuft.
  5. Wenn die LAWA fragen würde, wie ich denn die Abschreibungszeit für Pflanzenkläranlagen festzulegen geneigt sei, ich wüsste keine wissenschaftlich begründete Antwort: 40 Jahre, 80 Jahre, 120 Jahre? Jedenfalls viel länger als die rechnerische Abschreibungszeit von 25 Jahren für konventionelle Kläranlagen gemäß KVR-Leitlinien.
  6. Wenn ich bei meinen Vorträgen in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts solche potentiellen Nutzungsdauern prognostiziert habe, war mir Hohn und Spott der etablierten Wasserwirtschaft sicher. Mittlerweile lacht keiner mehr.

[2] KIRSTEIN, W. [1985]:Erfahrungen der Gemeinde Liebenburg mit der Wurzelraumentsorgungsanlage Othfresen. In: Grund-lagen und Praxis naturnaher Klärverfahren – 10 Jahre Othfresen


Antwort zu Frage 18:

Zunächst zur Begriffsklärung:

1) Makrozoobenthos sind die größeren (mit bloßem Auge sichtbaren), am Grunde von Gewässern lebenden festsitzenden und beweglichen Tierarten.

2) Drift bezeichnet die Gesamtheit der organischen und anorganischen Partikel, die in Flüssen und Bächen mit der Strömung flussabwärts verfrachtet werden. Organismendrift meint hier also die organischen Partikel (Zoo- und Phytobenthos).

Bei der Mineralisierung des Schlammes am Gewässerboden spielen diese Tiere (eben das Makrozoobenthos) eine sehr große Rolle und sind für viele Fischarten eine wichtige Beute bzw. Nahrungsquelle. Einige Arten seien nachfolgend dargestellt (nach Engelhardt, 1986):

A. Schlammbewohner
1. Borstenwurm (Tubifex tubifex)
2. Zuckmückenlarve (Chironomus plumosus)

B. Filtrierer
3. Köcherfliegenlarve (Neureclipsis)
4. Kriebelmückenlarve (Simulium)
5. Stechmückenlarve (Culex)
6. Wasserfloh (Daphnia)
7. Ruderfüßer (Cyclops)
8. Dreikantmuschel (Dreissena polymorpha)
9. Malermuschel (Unio pictorum)
10. Erbsenmuschel (Pisidium ssp.)
11. Süßwasserschwamm (Spongilla lacustris)
12. Moostierchen (Plumatella fructicosa)

Vögel im Schilfbiotop
Vögel im Schilfbiotop

Andere umherkriechende Benthostiere sind Wasserasseln, Kleinkrebse, Schnecken und die Larven von Köcher-, Eintags-, und Steinfligen.

13. Wasserassel (Asellus aquaticus)
14. Bachflohkrebs (Gammarus roeseli)
15. Eintagsfliegenlarve (Baetis ssp.)
16. Steinfliegenlarve (Perla ssp.)
17. Köcherfliegenlarve (Polycentropus flavomaculatus)
18. Warzenegel (Glossiphonia complanata)
19. Schlammschnecke (Radix peregra)

Vögel im Schilfbiotop

Die dargestellten Benthalorganismen verfügen zwar teilweise über Adaptionen an schnellfließende Gewässer wie z.B. Saugnäpfe, Krallen, extrem abgeflachte Körper oder graben sich bei langsam fließenden Gewässern in den Weichboden ein (z.B. Eintagsfliegenlarven), gleichwohl werden diese natürlichen selektiv wirkenden Umweltfaktoren, zu denen auch der Geschiebetrieb ganz massiv gehört, wesentlich durch Spitzenabflüsse aus kommunalen Misch- oder Regenwassereinleitungen verschärft und erhöhen die auch natürlicherseits vorhandene Organismendrift erheblich. Daher betonen wir stets auch deutlich die Retentionsfunktion von Mischwasserbiotopen bzw. bepflanzten Bodenfiltern neben der obligatorischen Abwasserreinigungsfunktion.

Antwort zu Frage 19:

Nein, dass ist nicht in Ordnung. Eine im Standardbetrieb nicht vorhandene Emission wird durch Manipulation des höhenvariablen Ablaufrohres im Ablaufschacht erst erzeugt. Solch ein betriebstechnischer Eingriff steht nur dem Betreiber zu.

Es ist ein Spezifikum der Pflanzenkläranlagen, dass durch hohe Evapotranspiration der Schilfpflanzen im Sommer die zulaufende Abwassermenge in starkem Maße vermindert wird. Tagesverdunstungsleistungen von 4-30 mm (=l/m²*d) sind also keine Seltenheit. Das bedeutet einerseits eine Erhöhung des Wirkungsgrades der Kläranlage (die biochemischen Umsatzleistungen der Mikroorganismen steigen bei höheren Substratkonzentrationen organischer Verbindungen), andererseits wird die reduzierte Wassermenge jedoch entsprechend aufkonzentriert, so dass der Grenzwert, der ja rein konzentrationsbezogen festgelegt wird, überschritten werden kann. Richtiger, auch im Sinne des Umweltschutzes, wäre ein Grenzwertbescheid über den Schmutzfrachtabbau. Es sind für schilfbepflanzte Bodenfilter ohne Fremdwassereinfluss im Sommer häufig abflusslose Zustände festzustellen, weil sämtliches zufließendes Abwasser verdunstet (Evapotranspiration), was einer Abwasserreinigung von 100% entspricht. Verlassen nun beispielsweise wenige Liter Abwasser unter sommerlichen Bedingungen die Schilfanlage, so kann es durch Aufkonzentrierung zu einer Überschreitung der für den Langzeitbetrieb festgelegten Grenzwerte kommen, obwohl die Restschmutzfrachtemission insgesamt (Konzentration x Menge) minimal oder gleich 0 ist.

Da in einer konventionell-technischen Kläranlage Zu- und Ablaufmengen nahezu gleich sind (dort gibt es ja keine Pflanzen, die das Wasser verdunsten), können manche Wartungsfirmen und Wasserbehörden mit dieser Besonderheit von Pflanzenkläranlagen schlecht umgehen, obwohl abflusslose Zustände die beste denkbare Situation bezogen auf die zu schützende Umwelt darstellen. Als Betreiber sind Sie jedenfalls in einer optimalen Lage, da alle Wassergesetze des Bundes und der Länder erst greifen, wenn gereinigtes Abwasser (mit einer unvermeidbaren Restbelastung in Bäche, Flüsse oder via Versickerung ins Grundwasser) in angrenzende Umweltkompartimente eingeleitet wird; also ohne Emission keine Immission und auch keine Sanktion. Wenn es nur heraustropft weil das Meiste verdunstet, besteht die oben geschilderte Paradoxie, dass zwar die Restschmutzfracht minimal ist, aber der konzentrationsbezogene wasserrechtliche Bescheidwert überschritten werden kann. In praxi ist das (Aufkonzentrierung) jedoch eine vernachlässigbare Gefahr, da auch in diesen Betriebssituationen nach unserer jahrzehntelangen Erfahrung die behördlich festgesetzten Grenzwerte in der Regel von Schilfkläranlagen weit unterschritten werden.

 Antwort zu Frage 20:

Es gibt viele Filterschachtsysteme und sonstige Behandlungsoptionen. Unter dem hochtrabenden Stichwort „Unternehmensphilosophie“ auf dieser Website haben wir uns zum KISS-Prinzip benannt. Mein Freund Benedikt Lambert von der Bioplan Landeskulturgesellschaft in Sinsheim schickt uns mit seinen Grüßen zum Jahreswechsel immer Kurzportraits seiner Forschungsergebnisse. Diese kompakten und meiner Meinung nach exzellenten Beiträge zeigen schlaglichtartig auf, wie man die vom Fragesteller angesprochene Problemstellung effizient und „as simple as possible“ (KISS) lösen kann. Diese Flyer aus den Jahren 2008 – 2011 sind nachfolgend ohne Zusätze oder Abstriche wiedergegeben:

 Vögel im Schilfbiotop

Vögel im Schilfbiotop

Vögel im Schilfbiotop

Vögel im Schilfbiotop


Antwort zu Frage 21:

Als langjähriger Mitarbeiter von Prof. Kickuth am Institut für Ökochemie der Universität Kassel habe ich vor ca. 25 Jahren einen Prospekt geschrieben, der von ihm seinerzeit „abgenickt“ wurde. Diese mittlerweile historische Kurzbeschreibung steht nachfolgend als pdf-download bereit.

Teichkläranlage mit Pflanzenkläranlage - Kläranlage Berel
Prospekt Wurzelraumentsorgung

Antwort zu Frage 22:

Nein, so naiv bin ich nicht. Ich lehne allerdings Internetseiten ab, die nur aus Allgemeinplätzen bestehen und darauf hinweisen, dass man das beste und billigste Angebot in einem speziellen Segment habe. Wir fokussieren auf den wissenschaftlichen Nachwuchs, also auf Praktikanten, Diplomanden,  Doktoranden, Ingenieurkollegen und fachlich interessierte Kunden, die mehr als oberflächliche Verfahrens- oder Produktwerbung erwarten. Diese wollen wir mit inhaltlicher Dichte überzeugen und für den Umweltschutz motivieren bzw. schon vorhandene Überzeugungen bestärken.

Antwort zu Frage 23:

Ja, Sie haben recht. Grundlegend hat sich in den letzten 30 Jahren allerdings kaum etwas verändert: Es werden unterschiedlichste Substrate wie Sand, Kies, Mutterboden, Torf, etc. eingesetzt; die Mikroorganismen auf diesen Substraten und in dem jeweiligen Porensystem machen die Arbeit, d.h. bauen die Schmutzstoffe ab und die Pflanzen haben einige unterstützende Funktionen in diesem komplexem Zusammenspiel, dass an diversen anderen Stellen auf dieser Homepage erläutert wird. Neben wasserbürtigen Schadstoffen werden auch Luftschadstoffe (z.B. in Büroräumen) durch solche mikrobiell besiedelten bepflanzten Substratfilter eliminiert (siehe air treatment systems auf www.rootzone.dk). Das (metabolische) Grundprinzip dieser Ökotechniken ist prinzipiell gleich.

Sie tauchen in der Literatur unter folgenden Schlüsselbegriffen auf:

Bepflanzte Bodenfilter
Bewachsene Bodenfilter
Hydrobotanische Klärstufe
Ingenieurökologie
Klärschlammvererdung
Mischwasserbiotop
Nachklärbiotop
Naturschwimmbäder
Naturerlebnisbäder
Ökotechnik
Ökotechnologie
Pflanzenkläranlage
Retentionsbodenfilter
Schilfbepflanzte Bodenfilter
Schilfkläranlage
Sumpfpflanzendächer
Teichinseln
Wurzelmattenfilter
Wurzelraumanlage
Wurzelraumentsorgung
Artificial Wetlands For Wastewater Treatment
Buoyant Mats With Emergent Aquatic Plants
Constructed Wetlands
Ecological Engineering
Ecotechnologies
Engineered Wetlands
Floating Islands
Floating Rafts
Floating Root Mats
Floating Treatment Wetlands
Floating Vegetated Islands
Floating Wetland Systems
Green Roofs (With Marsh Plants)
Natural Pools
Natural Swimming Pools
Reed Bed Sewage Sludge Treatment
Reed Bed Sludge Composting
Reed Bed Treatment System
Reed Beds
Root Mat Filter
Root Zone Method
Sewage Sludge Reed Bed Systems
Sewage Sludge Treatment By Constructed Wetlands
Stormwater Treatment Wetlands
Treatment Of Agricultural Effluents By Constructed Wetlands
Treatment Of Stormwater Runoff
Treatment Wetlands
Wetland Garden (Bog Garden)
Wetland Roof
Wetland Systems For Water Pollution Control




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